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Esther Bejarano und die Microphone Mafia Im Rahmen der Interkulturellen Woche 2017
Erstellt von: cuxi Ort: Aula des Amandus-Abendroth-Gymnasiums (Abendrothstraße 10, 27474 Cuxhaven Typ: Veranstaltung Start: 9. September, 2017 um 20:00 Uhr
-----Ursprüngliche Nachricht----- Von: Stadt Cuxhaven [mailto:info@presse-service.de] Gesendet: Montag, 21. August 2017 11:53 An: info@cuxaktuell.de Betreff: Esther Bejarano und die Microphone Mafia
Pressemitteilung von Montag, 21. August 2017 Stadt Cuxhaven
Esther Bejarano und die Microphone Mafia Im Rahmen der Interkulturellen Woche 2017 in Cuxhaven wird die Auschwitzüberlebende, Musikerin und Aktivistin Esther Bejarano zusammen mit ihrer Band, der Microphone Mafia, für ein Konzert/Lesung nach Cuxhaven kommen. Die Veranstaltung findet am Samstag, den 09.09.2017, um 20:00 Uhr (Einlass: 19:30 Uhr) in der Aula des Amandus-Abendroth-Gymnasiums (Abendrothstraße 10, 27474 Cuxhaven) statt.
„Hätte ich mit der Musik aufgehört, dann hätten sie mich getötet…“ … so erzählt Esther Bejarano von ihrer Zeit im Konzentrationslager Auschwitz. Die mittlerweile 92jährige, vielfach ausgezeichnete Musikerin, steht seit vielen Jahren auf den Bühnen in Deutschland, besucht Schulen und gibt dort ihre Botschaft für Frieden und Akzeptanz weiter. Zu Beginn der Interkulturellen Woche tritt Esther Bejarano gemeinsam mit ihrer Band Microphone Mafia in Cuxhaven auf und gibt damit den Bürgerinnen und Bürger unserer Stadt die Möglichkeit, gemeinsam ein Zeichen zu setzen gegen Ausgrenzung, Rassismus und Fremdenfeindlichkeit. „Ihr habt keine Schuld an dieser Zeit. Aber ihr macht euch schuldig, wenn ihr nichts über diese Zeit wissen wollt. Ihr müsst alles wissen, was damals geschah. Und warum es geschah.“ Die Veranstaltung wird in Zusammenarbeit mit der Stadt Cuxhaven angeboten und über das Programm „Demokratie leben!“ durch das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend gefördert. Die Eintrittskarten können in der Kulturinformation, Schlossgarten 4 in Cuxhaven erworben werden. Die Preise betragen 5,00 € und 3,00 € ermäßigt (Schüler/innen und Rentner/innen). Zur Person: Esther Bejarano geb. Loewy wurde am 15.12.1924 in Saarlouis geboren. Als Tochter des Oberkantors einer jüdischen Gemeinde entdeckt sie schon in frühen Kindesjahren ihre Liebe und Leidenschaft zur Musik und findet ihren persönlichen künstlerischen Ausdruck im Klavierspielen. Esther ist deutsche Jüdin und verbringt eine glückliche Kindheit. Dieses aber ändert sich schlagartig 1933 mit der Machtergreifung der Nazis und sie muss die Verfolgung und Vernichtung durch den Nationalsozialismus am eigenen Leib und in der eigenen Familie erleben. Ihre Eltern werden 1941 von den Nazis in Kowno ermordet. Esther selbst wird im Jahr 1943 nach Ausschwitz deportiert. Als das dortige Mädchenorchester entsteht und noch Musiker benötigt wurden, meldet sich auch Esther „Ich meldete mich, aber es gab kein Klavier in Auschwitz, sondern nur ein Akkordeon“, sagt Bejarano. „Die Dirigentin fragte mich, ob ich Akkordeon spielen könne. Ich hatte nie eins in der Hand gehabt. Aber ich log und habe Ja gesagt.“ Sie sollte einen deutschen Schlager spielen, den sie glücklicherweise kannte. Also übte sie in einer Ecke mit dem Akkordeon. „Rechts war es nicht schwer, da gab es Tasten, ähnlich wie beim Klavier; aber links, mit den Knöpfen …“ (s. https://www.freitag.de/autoren/der-freitag/wegen-der-musik) Sie schafft es die Deutschen von ihrem „Können“ zu überzeugen und wird in das Mädchenorchester aufgenommen. Esther überlebt so Ausschwitz und wird kurz vor Kriegsende nach Ravensbrück verbracht. Auf einem der folgenden Todesmärsche gelingt ihr mit Freundinnen die Flucht. Im April 1945 wandert sie nach Palästina aus und erlebt die jungen Jahre des neuen Staates Israels. Dort lernt sie auch ihren Mann kennen, mit dem sie sich später entschließt mit den gemeinsamen Kindern nach Deutschland zurück zu kehren. Mit ihrem Mann glaubte sie, die Angst vor den Deutschen verlieren zu können. Und es gelang ihnen dann auch, in Hamburg eine neue Existenz aufzubauen: "Ich habe viel Glück in meinem Leben gehabt, ein ganz großes Glück, ein unheimliches Glück." Politischer Aktivismus ist ihr bis heute selbstverständlich: "Als politisch interessierter Mensch muss ich sehen, was geschieht und dagegen kämpfen." In den 1970er Jahren fing Esther Bejarano mit ihrer ersten Musikgruppe Siebenschön an, in den 1990er Jahren mit Coincidence. Esther Bejarano und die Microphone Mafia Seit 2009 ist sie Mitglied der Rap-Band Microphone Mafia, in der drei Generationen mit drei verschiedenen Religionen zusammen spielen und durch gelebtes Miteinander nicht nur gegen Faschismus antreten, sondern auch für Toleranz. Auf dem Programm der Gruppe stehen Lieder aus dem jüdischen Widerstand, von Brecht und Theodorakis, französische und israelische antimilitaristisch-pazifistische Lieder und Lieder aus dem italienischen Widerstand. Sie werden in verschiedenen Sprachen gesungen und als Rap neu interpretiert. Neben ihren Konzerten leistet Bejarano heute Aufklärungsarbeit in Schulen und setzt sich als Zeitzeugin für Erinnerungsarbeit ein.